Spezial: DIG 1950 - 2010

A chinese lion statue

Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V.
1950 - 2010

 

Sechs Jahrzehnte rechtfertigen einen Rückblick und einen Ausblick:

Im Mai 1950 ist in Köln die erste Deutsch-Indonesische Gesellschaft gegründet worden. Die Länder konnten schon damals auf eine lange Tradition wechselseitiger Beziehungen zurückblicken.

Es war der Initiative von Mitarbeitern des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums für Völkerkunde (mit einer nennenswerten Sammlung aus Indonesien) und der Universitäten Köln und Bonn zu verdanken, dass der Verein ins Leben gerufen wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die DIG als ein Mittelpunkt der Beschäftigung mit Indonesien herausgebildet: Neben der Universität zu Köln mit dem seinerzeitigen „Malaiologischen Apparat“ und dem Seminar für Völkerkunde sowie der Universität Bonn mit dem Seminar für Orientalische Sprachen und den ortsansässigen Fachhochschulen, dem Völkerkunde-Museum, der Deutschen Welle mit ihrem Indonesien-Programm, der Carl-Duisberg-Gesellschaft, den nahegelegenen kirchlichen Missionsgesellschaften der VEM in Wuppertal und der Steyler in St. Augustin und nicht zuletzt wegen der langjährigen Kontakte zur Indonesischen Botschaft – damals in Bonn – haben sich in der Region über lange Zeit intensive Kontakte mit Indonesien ergeben

Wenn es anfangs überwiegend akademische Interessen waren, so ist seit den 80er Jahren auch die touristische Aufmerksamkeit für den weltgrößten Archipel gestiegen.

Die DIG bemüht sich fortwährend um eine differenzierte Darstellung und Verbindung mit Indonesien – sie tut dies durch öffentliche Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen und Begegnungsmöglichkeiten.

Seit nunmehr zwanzig Jahren gibt die DIG das einzige deutschsprachige Magazin zur ausschließlichen Beschäftigung mit Indonesien heraus: „KITA“ mit drei Ausgaben im Jahr.

Sechzig Jahre indonesisch-deutscher Beziehungen spiegeln sich in der lebhaften Geschichte der Gesellschaft wider. Mit etwa 200 Mitgliedern – überwiegend aus der Region Köln – ist die DIG zwar ein kleiner Verein, aber dennoch einer, der eine angestammte Position vertreten kann. Bundesweit gibt es derzeit noch etwa zehn andere aktive Vereine.

Aus Anlass des 60. Gründungstages sind eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die einen aktuellen Blick auf Indonesien zulassen – einem Land, das gerade in diesen Jahren wegen seiner gesellschaftspolitischen Veränderungen und wirtschaftlichen Stabilität immer wieder von sich reden macht.


Veranstaltungen


20. November 2010

Festakt DIG 1950 – 2010, u.a. mit Sulawesi-Tanz am Reisspeicher (Rautenstrauch-Joest-Museum)

3. bis 23. Oktober 2010

Pencak Silat aus West-Java und West-Sumatra (Vorführung und Übergabe einer DVD-Dokumentation
Deutsches Tanzarchiv im Mediapark): 23. Oktober

One World - One People
Zeitgenössische Maler aus Indonesien
Damtoz Andreas, Lena Simanjuntak, Boeldansjah Tirtawidjaja

Bilder aus Bali - Original oder Kopie
nach Motiven von Affandi, Nyoman Gunarsa, Hendra Gunawan, Hofker, Le Mayeur, Ida Bagus Made sowie Walter Spies

Ausstellung im Neuen Kunstforum
Alteburger Wall 1, 50678 Köln
3. bis 23. Oktober 2010
Eröffnung am Sonntag, den 3. Oktober um 16 Uhr

Grußworte
Karl Mertes, Präsident der DIG
Damos Dumoli Agusman
Generalkonsul der Republik Indonesien
Die Ausstellung ist geöffnet Donnerstag bis Samstag 15 - 18 Uhr



Montag, 20. September 2010, 19:30 Uhr
InWEnt Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 40, Saal A

Gefährliches Engagement für Menschenrechte in Indonesien

Recht und Rechtswirklichkeit klafft in vielen Ländern dieser Welt weit auseinander. So auch in Indonesien. Wer dies kritisiert, die Einhaltung von Menschenrechten einklagt und etwa Korruption, illegalen Holz- und Drogenhandel aufdeckt, spielt mit seinem Leben. Das zeigt der Fall des indonesischen Menschenrechtsaktivisten Munir, Alternativer Nobelpreisträgers 2000, der 2004 auf dem Flug von Singapur nach Amsterdam vergiftet wurde. Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Mörder endete im Dezember 2008 mit einem Freispruch.

Wir laden ein zum Gespräch mit Munirs Witwe, Frau Suciwati. Als Leiterin der indonesischen
Menschenrechtsorganisation "Kommission für die Verschwundenen und die Opfer von Gewalt", die Munir 1998 gegründet hatte, kämpft sie weiter für eine Aufklärung des "Falls Munir". Themen:

• Zur Menschenrechtslage in Süd-Ost-Asien heute

• Menschenrechte in Indonesien: Anspruch und Wirklichkeit. Aspekte der Zusammenarbeit
mit der EU. Karl Mertes im Gespräch mit Frau Suciwati.

• Was wir von außen zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Süd-Ost-Asien tun
können.

Gesprächspartner/in:
* Frau Suciwati, Jakarta Indonesien
• Herr Karl Mertes, Präsident der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft DIG
• Frau Kristina Neubauer, West Papua Netzwerk, Wuppertal [www.westpapuanetz.de]

Moderation: Karl Mertes
Kontakt: Werner.Wuertele@InWent.org (02224 926 303)


Samstag, 18. September 2010, 15:00 Uhr
Bürgerzentrum Alte Feuerwache
Melchiorstraße / Nähe Ebertplatz / Köln-Mitte

„Schreiben gegen die Unmenschlichkeit“

Putu Oka Sukanta (Jahrgang 1939) zu Gast: Im Rahmen einer Europa-Tournee macht der bekannte indonesische Schriftsteller Station in Köln, um zu lesen, zu diskutieren und Dokumentarfilme über die Tragödie von 1965/66 - den Machtwechsel von Sukarno auf Suharto -  zu zeigen. Mit Fragen der politischen Willkür und besonders der Aufarbeitung des Suharto-Regimes setzt sich Sukanta immer wieder auseinander.

 Puta Oka

Der engagierte Aktivist für Menschenrechte aus Bali hat sich auch einen Namen als Heilkundiger und Akupunkteur gemacht.


Indonesientag

Samstag, 4. September ab 11:00 Uhr
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstraße, Nähe Ebertplatz, Köln-Zentrum


11:00 bis 20:00 Uhr

Pasar Senggol

Indonesische Snacks, Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände, Literatur


15:00 Uhr
Seminar: „Die zweite Generation - Wo bin ich Zuhause?“
Konsequenzen der Globalisierung, Fragen der Integration und Migration - vor allem von Menschen aus Südost-Asien - stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Analysen, Erfahrungen und Erwartungen werden thematisiert.

Im Rahmen der traditionellen Indonesientage widmet sich das diesjährige Seminar wie immer einem entwicklungspolitischen Thema – nämlich der Frage nach den Erfahrungen des Austauschs von jungen Menschen aus Südost-Asien mit ihren „Herkunftsländern“, bzw. denen der Eltern. Die Übersiedlung aus Indonesien, Philippinen und Thailand ist unter den verschiedensten Vorzeichen geschehen. Lässt sich hier Erlebtes und Gelerntes vermitteln, welche Erfahrungen und Lebensweisen können sich hier behaupten, welche lassen sich übertragen?

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass vor allem in den 1960er Jahren eine nennenswerte Gruppe einerseits von Studierenden, andererseits von Berufstätigen (vor allem im Gesundheitsbereich) aus Südost-Asien nach Deutschland kamen, die ihrerseits entweder deutsche Ehepartner gefunden oder mit Partnern aus den Herkunftsländern hier eine Familie etabliert haben. Darüber hinaus sind eine Reihe binationaler Ehen gegründet worden, weil Deutsche ihre Partner aus SOA mit nach Deutschland gebracht haben. Auch politische Flüchtlinge kamen in die Bundesrepublik.

Deren Kinder – aus den Geburtsjahrgängen 1970 und folgende – sind unterdessen im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt und ihrerseits z.T. auch schon wieder Eltern.

Die Sozialisation dieser Gruppe unterscheidet sich im Zweifel von den Gruppen aus Süd-, Südosteuropa, die ursprünglich als „Gastarbeiter“ dem deutschen Arbeitsmarkt zugeführt wurden.

Die Themenstellung will nun erkunden, welche Erfahrungen die Südostasiaten in der Bundesrepublik gemacht haben und welche Erwartungen sie an ihre Zukunft in ihrem Zuhause – sei es in Deutschland, sei es in dem Herkunftsland der Eltern – formulieren. Was lässt sich transferieren, was lernen wir voneinander. Kulturelle, politische, zivilgesellschaftliche, wirtschaftliche Aspekte werden erörtert.

Durch einführende Schilderungen aus fachwissenschaftlicher und politischer Sicht sollen die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dargelegt werden. In folgenden Statements beschreiben Vertreter der „zweiten Generation“ ihre eigenen Erfahrungen, Hoffnungen, ihre gesellschaftspolitischen Forderungen.

Geplanter Ablauf:
Begrüßung, Eröffnung                                   
Karl Mertes / DIG

Aspekte zum Ordnungsrecht und zur Integration  
Dagmar Dahmen / Ausländerbehörde Stadt Köln

Wissenschaft als universelles Bindeglied             
Prof. Frauke Kraas / Uni Köln / Deutsch-Thailändischer Ges.

Migrantinnen in Deutschland                          
Jae-Soon Joo-Schauen / agisra
Informations-, Beratungsstelle für Migrantinnen, Flüchtlingsfrauen

„Was mache ich in der Fremde“ - diverse Statements u.a. von
Carmela Balignasay Verceles - Philippine Women's Forum e.V./ Sonja Wagner / Ani Nangoy/ Dion Dahmono / Rosari Harlan / Dennis Hannemann

Jeweils mit Aussprache / Diskussion –

Kooperation zwischen Deutsch-Indonesische Gesellschaft / Deutsch-Thailändische Gesellschaft / Agisra / Philippine Women’s Forum

19:00 Uhr
Essen – Trinken – Plaudern – Singen
Asiatisches Buffet & Karaoke

„Salz & Pfeffer“ Sudermanstraße 4


Kampung Köln -
Indonesien in Köln

Als nächster Termin für einen indonesischen Statdspaziergang ist Samstag, der 23. Oktober 2010,  vorgesehen - weitere Einzelheiten folgen.

Termine: Samstag, 10. Juli, 10:30h
Treffpunkt: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, Köln
Dauer: min. 2,5h, open End

Preis: 16€
Teilnehmerzahl (max.): 25
Besonderheiten: ja

Anmeldung über grenzgang!

Kampung heisst Dorf. Kampung Köln, beim Stadtspaziergang auf den Spuren von Indonesien: Im Batik Museum erzählen Bilder Geschichten, in der Südstadt wird typisch südostasiatisch meditativ gekämpft und am Neumarkt steht ein Reisspeicher auf Holzstelzen. Grund genug, diesen Sommer Indonesien in Köln zu erleben. Mit Sambal und Crashkurs Bahasa zum 60ten Geburtstag der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft.

Anmeldung über Grenzgang.de


Redaktions-Besuch bei der Deutschen Welle in Bonn: 17. August


Kicken für die Zukunft (Benefizveranstaltung für Mädchen-Fußball in West-Papua in der Musikhochschule): 6. Juni


Lukas Moment / Playing between Elephants (Dokumentarfilme von Aryo Danusiri in der Alten Feuerwache): 20. Mai


Traditionelles Jahresessen im Haus Java: 15. Mai


Reiseblätter 1976 – 2006 (Ausstellung Wolfgang Thesen in der Galerie Smend): 6. Mai


Wayang Kulit-Vorführung / Vortrag von Lydia Kieven (Exkursion zum Folkwang-Museum Essen): 23. April


Indonesische Batik / Vortrag Annegret Haake (im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung in der Galerie Smend): 25. März

Satzung

§ 1 Name, Sitz

Die Gesellschaft führt den Namen Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V. und hat ihren Sitz in Köln


§ 2 Gesellschaftszweck, Gemeinnützigkeit

Die Gesellschaft bezweckt die Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien vornehmlich im kulturellen Bereich, unter anderem durch öffentliche Veranstaltungen und die Herausgabe von Zeitschriften und Mitteilungsblättern. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 24.12.1953. Etwaige Gewinne dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Mitglieder auch keine sonstigen zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft. keine Person darf durch Verwaltungsaufgaben, die dem Zweck der Gesellschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.


§ 3 Mitgliedschaft

Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden. Über die Aufnahme entscheidet nach schriftlichem Antrag der vorstand; er ist nicht verpflichtet, etwaige Ablehnungsgründe bekanntzugeben. Der Austritt kann durch schriftliche Kündigung gegenüber dem Vorstand bis zum 30. September eines jeden Kalenderjahres zum Jahresende erklärt werden.
Durch Beschluss der Mitgliederversammlung kann ein Mitglied aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Hierzu gehören insbesondere Verstöße gegen die Satzung und den Zweck der Gesellschaft. Die Mitgliedschaft endet durch den Tod des Mitglieds, sowie durch den Ausschuss gem. § 4 der Satzung.


§ 4 Mitgliedsbeitrag

Es wird ein Mitgliedsbeitrag erhoben. Der Mitgliedsbeitrag wird von der Mitgliederversammlung festgelegt. Er kann in begründeten Fällen vom Vorstand herabgesetzt werden. Der Beitrag ist im Januar für das laufende Kalenderjahr zu entrichten. Wer länger als 12 Monate im Rückstand ist, kann durch Beschluss des Vorstandes aus der Mitgliederliste gestrichen werden.


§ 5 Vorstand

Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, dem stellvertretenden Präsidenten und dem Geschäftsführer. Daneben kann die Mitgliederversammlung weitere Vorstandmitglieder bestimmen. Die Vorstandsmitgieder werden von der Mitgliederversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit der erschienenen Mitglieder auf die Dauer von 3 Jahren gewählt. Der Präsident vertritt die Gesellschaft gerichtlich und außergerichtlich.


§ 6 Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung soll mindestens einmal jährlich und zwar innerhalb des ersten Viertels des Jahres durch den Vorstand einberufen werden. Dies geschieht durch einen Brief, in dem die Tagesordnung angegeben und der spätestens 2 Wochen vor der Mitgliederversammlung an die Mitglieder versandt wird. Die Mitgliederversammlung muss auch dann einberufen werden, wenn 20 % der Mitglieder dieses unter Angabe des Grundes vom Vorstand schriftlich verlangen.
Die Beschlussfassung erfolgt durch einfache Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Für Satzungsänderungen und Beschlüsse über die Auflösung der Gesellschaft ist eine 2/3 Mehrheit erforderlich.
Über die Ergebnisse der Mitgliederversammlung wird ein Protokoll aufgenommen, welches vom Protokollführer und dem Präsidenten zu unterzeichnen ist.


§ 7 Auflösung der Gesellschaft

Für den Fall der Auflösung oder Aufhebung der Gesellschaft oder bei Wegfall ihres bisherigen Zwecks fällt das gesamte Gesellschaftsvermögen der Universität Köln zu, die es für gemeinnützige Zwecke im Sinne dieser Satzung verwenden soll.

Köln, den 19.04.1996

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Spezial: 60 Jahre DIG

Im Mai 1950 ist in Köln die erste Deutsch-Indonesische Gesellschaft gegründet worden. Die Länder konnten schon damals auf eine lange Tradition wechselseitiger Beziehungen zurückblicken. mehr

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Geschäftsstelle
Adrian-Kiels-Straße 7
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