Die äquatoriale Inselkette ist bezüglich der Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat Südostasiens und der größte Inselstaat sowie mit etwa 240 Millionen Einwohnern die viertgrößte Nation der Welt.
Geografie
Die Landfläche
Indonesiens verteilt sich auf 17.508 Inseln (von
denen rund 6.000 bewohnt sind). Indonesien erstreckt sich in
nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6°
nördlicher Breite
bis 11° südlicher Breite über rund 1.875 km,
in
west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141°
östlicher
Länge über mehr als 5.000 km.Nördlich von
Indonesien
liegen Malaysia, Singapur, das Südchinesische Meer, die
Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea,
südlich
Australien und der Indische Ozean, letzterer liegt auch westlich von
Indonesien. Gegen West-Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die
Straße von Malakka abgegrenzt, gegen die Philippinen durch
die
Celebes See. Zu Indonesien gehören die Großen
(außer
dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer
Timor-Leste) sowie die Molukken, und damit der
größte Teil
des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die
Westhälfte Neuguineas (Papua, ehemals Irian Jaya) zu
Indonesien. Die Hauptstadt Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner
und liegt auf Java, der Hauptinsel, auf der mehr als die
Hälfte
der Einwohner des Landes lebt. Flächenmäßig
größer als Java sind Kalimantan (Borneo, im Norden
liegen
Ost-Malaysia und Brunei), Sumatra und Sulawesi sowie Papua. Weitere bekannte Inseln
sind das touristisch interessante Bali und Komodo, die Heimat des
Komodowarans. Durch das umstrittene Projekt Transmigrasi wurde versucht, das Problem der
Bevölkerungskonzentration auf den Inseln Java, Madura und Bali zu
lösen, was
v.a. auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden
Zusammenstößen mit der heimischen
Bevölkerung
führte und zudem die erwarteten wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Effkte nicht einlöste.

Das Klima Indonesiens ist
tropisch mit relativ gleichbleibenden
Temperaturen um 27 °C in Meereshöhe.
Geringfügige
Abweichungen von diesem Wert werden vom Zenitdurchgang der Sonne
verursacht. Die Niederschläge werden vor allem durch die
Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des
Archipels ganzjährig hohe Niederschläge,
während im
östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken
ist, da die
herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen
und
nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten. Am 26. Dezember 2004 kam es
zu einem der stärksten Seebeben der letzten hundert Jahre vor
der
Küste Indonesiens im Norden Sumatras (vor allem betroffen war die Provinz Aceh), wodurch viele der
angrenzenden
und benachbarten Staaten betroffen waren und über 300.000
Menschen
ihr Leben verloren.Indonesien ist vulkanisch geprägt und
dadurch
sehr gebirgig. Trotz der Bedrohungen durch die häufig noch
aktiven
Vulkane sind viele der Inseln, allen voran Java, dicht besiedelt, da
die Böden sehr fruchtbar sind und eine intensive
landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Flora und Fauna
Indonesiens sind tropisch. Östlich von Bali verläuft die
Wallace-Linie, die biologisch (Flora und Fauna) Asien und Australien trennt.
Bevölkerung
Sprache
Amtssprache ist Bahasa Indonesia, die zur Gruppe der malaiisch-polynesischen und damit den austronesischen Sprachen gehört. Da jede ethnische Gruppe ihre eigene Sprache besitzt, werden ca. 250 Sprachen und Dialekte gesprochen. Dazu kommen noch etwa 100 Papuasprachen und Dialekte, die in Papua gesprochen werden. Wegen der Überbevölkerung auf Java siedelt die Regierung seit Jahrzehnten Menschen auf die anderen Inseln um.
Religion
87 % der Indonesier sind
Muslime (die große Mehrheit davon
Sunniten). Mehr als 30 % bezeichen sich als Abangan (d.h sie sind nur
nominell Muslime, etwa vergleichbar mit der Situatio der Alewiten in der
Türkei). Auf Java stellen die Abangan eine Mehrheit. Durch
Migration findet man Abangan aber in allen Teilen des Landes vor.
Damit ist Indonesien der größte islamische Staat mit
mehr als 200 Millionen Moslems. (Allrerdings sollte man anmerken,
dass
animistische Völker in Indonesien nach der Staatsideologie
Pancasila nicht anerkannt sind und deshalb zu der islamischen Mehrheit
gerechnet werden. Deshalb gehen einige davon aus das nur etwa 80 % der
Indonesier Muslime sind und die restlichen Animistische
Völker darstellen, die man einfach dazu gerechnet hat).
9 % sind Christen, davon 6 % Protestanten und 3 % Katholiken (zusammen etwa
21 Mio), 2 % Hindus (knapp 5 Mio., vor allem auf Bali), 1 %
Buddhisten, Konfuzianer, sowie Anhänger von
indigenen
Religionen. Christliche Missionare sind in Indonesien erlaubt;
sie
wirken vornehmlich auf Kalimantan (Borneo), Nusa Tenggara Timur und
Papua, wo die meisten Indigeénas leben. Die
Kirche in Indonesien ist sehr jung, da das Christentum erst im 17. Jhd
auf Indonesien Fuß fasste (insbesondere durch niederländische,
portugiesische und deutsche Missionare). Teile von Nordsumatra, Nusa Tenggara Timur,
Nordsulawesi und Teile von Maluku sind beinahe fast reine christliche
Gebiete. Java und Sumatra blieben lange von der Missionierung
ausgeschlossen.
Islam in Indonesien
Der Islam erreichte Indonesien
erstmals im 10. Jahrhundert. Um 930
wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Erst im 15. Jhd. breitete sich der Islam durch
Indische und Arabische Händler erst in Sumatra aus und
erreichte
Anfang des 16. Jdh auch Java. Viele damalige Fürsten
konvertierten
daraufhin zum sunnitischen Islam und mit ihnen die
Bevölkerung. Im
17. und 18. Jhd erreichte der Islam auch die übrigen
indonesischen
Inseln (z.B Sulawesi).Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten
Gottes, den Wali Songo (Wali= Oberhaupt, Songo= jav. Neun), verbreitet.
Obwohl erwiesen ist, dass sie tatsächlich gelebt und
auf Java
gewirkt haben, dürfte das meiste der über sie
überlieferten Geschichten in das Reich der Legenden fallen. Die
Wali
Songo gründeten überall auf Java Moscheen und
islamische
Schulen, die Pesantren. Die
Wirkungsstätten der Wali sind bis heute das Ziel von
jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime. Obwohl die
Wali
Songo reinen Islam, getreu den Buchstaben des Korans lehrten, haben
sich mit ihrer Duldung auf Java einige Traditionen erhalten,
die eigentlich der Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel
hierfür ist das „Wayang“, das
berühmte
javanische Schattenspiel. Eigentlich untersagt der Islam die
Nachbildung von Menschen, ob als Zeichnung, Foto oder Skulptur.
Für das Wayang haben die Wali offenbar eine Ausnahme gemacht.
Insgesamt kann man sagen, dass es den Wali Songo zu verdanken
ist,
dass der in Indonesien praktizierte Islam weitaus liberaler
ist
als der Islam in den arabischen Ländern.

Die Mehrheit der indonesischen Muslime akzeptiert auch die
verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land und es gibt
zahlreiche christlich-muslimische Vereine die sich für eine
Verständigung zwischen den beiden Religionen einsetzen. Viele
haben kein Verständnis für
islamisch-fundamentalistische
Gruppen wie die Jemaah Islamiya. Sie stellen auch nur eine kleine
Minderheit in Indonesien dar. Dennoch ist in den letzen Jahrzehnten
besonders aber seit Ende der Ära Suhartos eine -wenn auch
langsame- Islamisierung zu beobachten. Viele Indonesier nehmen die
islamischen Regeln ernster. Dennoch wählen die meisten
Indonesier
nach wie vor säkulare Parteien (bzw. Parteien die
sich auf
die Pancasila berufen und nicht auf den Islam). Besonders in den Slums
der Großstädte, und allgemein bei der
ärmeren
Bevölkerung, gewann der Islam seitdem dennoch an Bedeutung. Radikale
Prediger konnten sich bisher jedoch nicht durchsetzen, was zum Teil
auch mit der javanischen Mentalität
zusammenhängt.
Die beiden größten moslemischen
Organisationen Indonesiens sind die Nadhlatul Ulama und die
Muhammadiyah. Die Nadhlatul Ulama ist mit über 40 Millionen
Mitgliedern die größte moslemische Organisation der
Welt.
Bekanntester Vertreter ist der frühere Präsident
Indonesiens
und Mitbegründer der Nadhlatul Ulama, Abdurachman Wahid (Gus
Dur).
In letzter Zeit gab es zahlreiche gewaltsame Konflikte in Indonesien (z.B in
Sulawesi, Maluku, Kalimantan), die im Kern nicht
religiös motiviert sind sondern eher ihre Ursachen im
Transmigrasi-Projekt und ökonomischen Interessen haben. Viele einheimische Völker
befürchten, dass ihnen die eingewanderten Javaner Land wegnehmen.
Demografie von Indonesien
In Indonesien gibt es
über 300 verschiedene Völker; die
größten sind die Javaner (39 %), die Sundanesen (14
%) ,
Malaien (12 %) und Maduresen (4 %). Daneben gibt es noch die Acehnesen,
die Balinesen, die Minangakbau, die Dayak, die Wewewa, die Alfuren, die
Minahasa, usw.
Geschichte
bis zum 16. Jahrhundert
Den Grundstock der
indonesischen Bevölkerung bilden
mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer
Zeitrechnung
in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.
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5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des Buddhismus auf Indonesien.
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ab 7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von Srivijaya auf Sumatra.
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ab 8. Jahrhundert: Buddhistische Sailendra-Dynastie. Errichtung des Borobudur, des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals, auf Java.
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ab Ende des 13. Jahrhunderts : Das letzte große Hinduimperium Majapahit herrschte auf Java und später den umliegenden Inseln.
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ab 15. Jahrhundert: In Indonesien setzt sich der Islam durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Religion von arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es ihnen gleich. Der Islam war eine Revolution zum vorherigen Feudal-System. Im Islam war jeder Mensch gleich. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute insbesondere auf den Inseln Bali und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat.
1487 umfuhr der Portugiese
Bartolomeo Diaz erstmals das Kap der
Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge
stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor,
um den
bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu
übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer
Dominanz
setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.
17. bis 19. Jahrhundert
Als Niederländisch-Indien war Indonesien die größte holländische Kolonie. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie (VOC) im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück.
1825–1830: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8.000 Europäer zum Opfer. Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.
Anfang 20. Jahrhundert
-
1908: Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
-
1912: Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung.
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1926: Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.
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1927: Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von Achmed Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.
Japanische Besatzung
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Februar/März 1942: Im Zweiten Weltkrieg erobert Japan Niederländisch-Indien.
Ende 1941 begannen die Japaner,
die indonesischen Inseln zu
besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der
Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten
auf
den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte
Darwin
und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die
Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer
Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier
begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der
Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die
asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime
aufbauten.
Die Herrschaft der Japaner endete mit deren Kapitulation am 15. August
1945.
Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt
Am 17. August 1945 rufen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Republik Indonesia). Mit den Grundsätzen der Pancasila gibt sich der Staat eine eigenwillige Verfassung, die auf fünf Prinzipien abhebt: Glauben an einen Gott, Humanität, Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Einheit. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln werden noch von den Niederländern gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik (als sogenannte Polizeiaktion). Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra. Die aufständischen Indonesier antworten mit Guerillakrieg. Am 18. Dezember 1948 gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die USA bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am 25. April 1949 wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union gebildet, am 27. Dezember wird die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Indonesien (neuer Staatsname: Republik Indonesia Serikat) von den Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung.
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17. August 1950: Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen Einheitsstaat umgewandelt (neuer Staatsname: Republik Indonesia). Der christliche Teil der Bevölkerung der Molukken proklamiert die unabhängige Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wird von der indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Indonesische Truppen besetzen im November die Hauptstadt Ambon und erobern bis 1955 die gesamte Republik Maluku Selatan.
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15. Februar 1956: Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden.
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1. Mai 1963: West-Papua (Irian Barat) gerät nach einer miltärischen Aktion de facto vollständig unter indonesische Kontrolle.
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16. September 1963: Die Gründung Malaysias und die Eingliederung von Sabah und Sarawak (auf Borneo) in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu Kämpfen auf Borneo. Malaysia wird dabei von Großbritannien und Australien mit Truppen unterstützt.
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30. September 1965: Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes und gravierende wirtschaftliche Probleme provozieren einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umkommen.
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1. Januar 1966: Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen.
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11. März 1966: General Mohamed Suharto (* 1921, gest. 2008) erzwingt von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung.
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12. März 1967: Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt.
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27. März 1968: Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
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1969: West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen „Irian Jaya“.
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21. Juni 1970: Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
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5. August 1973: Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minderheit richten.
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28. November 1975: Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor zurück. Die „Revolutonäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste“ (FRETILIN) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam jedoch erst am 20. Mai 2002).
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2. Dezember 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen Zug und am 4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am 19. Dezember auf.
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7. Dezember 1975: Staatschef Suharto befiehlt die militärische Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Menschen getötet, 10 % der Bevölkerung.
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17. Juni 1976: Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert.
- 11. November 1981: Die UN-Generalversammlung fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht.
1990
- 1992-1993: Der Ost-Timorische Rebellenführer Xanana Gusmao wird von General Prabowo gefangen genommen und vor Gericht zum Tod verurteilt.
- 1993: Suharto strebt eine sechste Amtsperiode an und wird wiedergewählt.
- 1994: Suharto verbietet das renommierte Magazin Tempo und zwei weitere Publikationen, die kritisch über den Kauf von ehemaligen DDR-Kriegsschiffen berichten.
- 1996: Die Befreiungsbewegung Papuas OPM kidnappt vierzehn Wissenschaftler und Wildhüter und schafft sich so Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit. Nach vier Monaten beendet General Prabowo die Geiselhaft mit einem blutigen Gegenschlag der Armee.
- 1997: Mit dem Kollaps des thailändischen Baht beginnt die Asienkrise auf den Finanzmärkten, Indonesien wird am stärksten davon getroffen.
- 1997 – 1998: Unruhen erschüttern das Land, Übergriffe auf chinesische Bürger, Christen und Symbole des Staates wie Polizeistationen und Behörden finden statt. Die Unruhen sind Folge der Asienkrise und der sozialen Verwerfungen durch die immense Teuerung und Korruption im Lande.
- 1998: Suharto tritt nach erneuter Wiederwahl in seine siebte Amtszeit als Präsident an
- März 1998: Friedliche Studentendemonstrationen gegen das Regime gewinnen rasch an Zustimmung und Aufmerksamkeit
- Mai 1998: Vier Studenten kommen bei den Demonstrationen um, vieles deutet auf die Armee als Täter hin. Die Gedenkfeiern danach führen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und dem Militär. Ein aufgebrachter Mob wütet unkontrolliert durch Sicherheitskräfte zwei Tage lang, Vandalismus und Vergewaltigungen hinterlassen etwa 1.200 Todesopfer.
- Mai 1998: Amien Rais hat das Ziel eine Million Menschen auf der Straße zu versammeln, um vor dem Nationaldenkmal in Jakarta gegen das Regime zu protestieren. Der Auflauf wird wegen der hochgerüsteten Sicherheitskräfte abgeblasen, um ein Blutbad zu verhindern.
- Mai 1998: Nachdem fast das gesamte Kabinett zurückgetreten ist, verzichtet Suharto und räumt das Präsidentenamt zugunsten von Jusuf Habibie (* 1936), bis dahin Vize-Präsident.
- August 1998: General Wiranto entlässt General Prabowo, der die vollen Pensionsrechte behält und trotz bekannt gewordener Unregelmäßigkeiten nicht vor Gericht gestellt wird.
- November 1998: Megawati (eine Tochter des Staatsgründers Sukarno) , Amien Rais und der Sultan von Yogyakarta geben eine gemeinsame Erklärung heraus, die das Ende des Militäreinflusses auf die indonesische Politik innerhalb von sechs Jahren fordert.
- 19. April 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte).
- Juni 1999: Indonesiens erste freie Wahlen seit 1995 finden fast ohne Zwischenfälle und mit großer Beteiligung statt. Keine Partei kann die Mehrheit erringen, über 48 Parteien und Gruppierungen versammeln die Stimmen auf sich.
- September 1999: Das Referendum über die Zukunft Ost-Timors findet unter UN-Beobachtung statt. Vier Fünftel der Wähler sprechen sich für eine Unabhängigkeit und eine Trennung von Indonesien aus. Pro-indonesische Milizionäre zerstören nach Bekanntgabe des Ergebnisses ausgewählte Punkte der Infrastruktur und töten rund 1.000 Menschen. Präsident Habibie erlaubt nach internationalem Druck den Einmarsch von Hilfstruppen im Rahmen des INTERFET-Einsatzes, um wieder Ruhe herzustellen in Ost-Timor.
- 20. Oktober 1999: Abdurrahman Wahid (* 1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident.
- 31. Oktober 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor, nachdem sie das Land in Schutt und Asche gelegt haben und eine internationale Friedenstruppe im September in der Hauptstadt Dili landete.
- Oktober 1999: Wahid wird Präsident Indonesiens, nachdem das Parlament Habibie das Misstrauen ausgesprochen hat. Megawati Sukarnoputri wird Vizepräsidentin, obwohl ihre Partei mit 30 Prozent den höchsten Stimmenanteil bei den letzen Wahlen gewinnen konnte.
2000
- 1. August 2000 Eine Bombe explodiert vor der Residenz des philippinischen Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte).
- 13. September 2000: In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte).
- Weihnachten 2000: in einer koordinierten Aktion zwischen dutzenden Tätern im ganzen Land werden Kirchen mit Bomben angegriffen - achtzehn Menschen kommen dabei um. Drahtzieher hinter den Aktionen ist die Jemaah Islamiyah, die damit Rache übt für ermordete Muslime im Molukken-Konflikt.
- 2001: Es kommt es in Kalimantan (früher Borneo) zu ethnischen Unruhen zwischen der Urbevölkerung der Dayak und den zugewanderten Maduresen.
- 1. Januar 2001: Irian Jaya, jetzt Papua, erhält die innere Autonomie.
- 2001: Der Internationale Währungsfond stellt seine Zahlungen ein, weil Indonesien keine Fortschritte in der Bekämpfung der Korruption erzielt.
- Juli 2001: Die Regierung Wahid wird wegen Unfähigkeit und Korruption vom Parlament entmachtet und Megawati Sukarnoputri (*1944), Tochter des Staatsgründers Sukarno, wird mit 592 Stimmen zur Präsidentin gewählt.
- September 2001: In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta explodieren zwei Bomben (mehrere Verletzte).
- September 2001: Eine Woche nach den Anschlägen vom 9.11 in New York und Washington besucht Präsidentin Megawati ihren amerikanischen Amtskollegen George W. Bush und wirbt um amerikanische Investoren in Indonesien. Die rechte Opposition kritisiert scharf diesen Vorstoß.
- Februar 2002: Friedensgespräche in Maliano versprechen das Ende der mehrjährigen Unruhen zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken und auf Sulawesi (in Poso).
- September 2002: Parlamentssprecher Akbar Tandjung wird wegen Korruption zu drei Jahren Haft verurteilt.
- Oktober 2002: Bomben in Kutas Nachtclub-Distrikt töten 202 Menschen im weltweit größten Terroranschlag seit dem 9.11.2001. Unter den Opfern befinden sich vorwiegend Touristen. Die Drahtzieher der Aktion: Jemaah Islamiyah.
- Dezember 2002: Die indonesische Regierung und die Befreiungsorganisation GAM aus Aceh unterzeichnen ein Friedensabkommen, um die jahrelange Gewalt in der Provinz Aceh zu beenden. Die Vereinbarung zerbricht in den folgenden Jahren, erst nach dem Tsunami von 2004 kehren die widerstreitenden Parteien an den Verhandlungstisch zurück.
- 18. Mai 2003: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh im äußersten Norden der Insel Sumatra – Großoffensive mit 40.000 Soldaten. Mehr als 1.000 Menschen sterben, 20.000 sind auf der Flucht.
- August 2003: Ein Bombenanschlag der Jemaah Islamiyah auf das Mariott-Hotel in Jakarta tötet zwölf Menschen.
- 10. Januar 2004: In einem Café auf der Insel Palopo explodiert eine Bombe (vier Tote); Abschaffung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten; (5. Juli) Erstmals direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht; (9. September) ein Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Hauptstadt Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; (20. September) Der Herausforderer und frühere General Susilo Bambang Yudhoyono siegt in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri.
- April 2004: bei den Parlaments- und Regionalwahlen gewinnt die Golkar-Partei des früheren Präsidenten Suharto, die Partei der amtierenden Präsident-in Megawati wird zweitstärkste Kraft.
- 26. Dezember 2004: Ein verheerendes Seebeben vor Sumatra löst einen großen Tsunami aus, der große Küstenabschnitte Südostasiens verwüstet und mehr als 230.000 Tote (davon 160.000 in Indonesien) hinterlässt.
- 2005: Ein erneuter Bombenanschlag in Bali tötet 20 Menschen.
- 2005: Die Regierung und die Befreiungsbewegung in Aceh unterzeichnen ein Friedensabkommen, das eine Entwaffnung der Rebellen und einen schrittweisen Rückzug der Regierungstruppen vorsieht. Im September beginnen die Rebellen mit der Entwaffnung, im Dezember verlassen die letzten Armeekräfte Aceh.
- Mai 2006: ein starkes Erdbeben im javanischen Yogyakarta tötet tausende Menschen und hinterlässt große Schäden in der Stadt und in den umlegenden -Orten.
- 2007: Adam Air Flug 574 stürzt ins Meer bei Sulawesi, 102 Menschen kommen ums Leben.
- 27. Januar 2008: Suharto stirbt nach langer Krankheit an Organversagen. Er wird in dem Familienmausoleum in der Nähe von Solo beigesetzt.
- 2008: Jemaah Islamiyah-Inhaftierte werden zum Tode verurteilt, nachdem sie schuldig gesprochen wurden bei den Bali-Anschlägen 202 Menschen getötet zu haben. Trotz mehrerer Gnadengesuche der Familien wird die Exekution durchgeführt.
- 2009 stehen Parlamentswahlen und die Neuwahl eines Präsidenten an.
Politik
Die ehemalige
niederländische Kolonie ist heute eine
Präsidialrepublik. Die Verfassung von 1945 sieht die
Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche
Reformen umgesetzt. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500
auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren
38 davon
vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende
Volksversammlung, die früher den Präsidenten
wählte und
übergreifende politische Themen berät, besteht aus
dem
Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von
Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.
Präsident
Seit 2004 wird der
Präsident direkt vom Volk gewählt.
Erster direkt gewählter Präsident wurde der
frühere
General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister
erhielt bei der Stichwahl am 20. September 2004 fast 61 Prozent der
Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin Megawati
Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten
Wahlgang am 5. Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen
erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine
Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden.
Die
Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die
Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger
Abdurrahman Wahid
aus dem Amt gedrängt worden war.
Parteien
Indonesien hat ein
Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl
von Parteien. Vorherrschende Partei unter Suharto war Golkar. Ihr
Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der
derzeitige Präsident Yudhoyono kandidierte bei der
Präsidentschaftswahl 2004 für die neu
gegründete
Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin
Megawati
für die PDI-P.
Islam
Der Islam in Indonesien ist im internationalen Vergleich ausgesprochen liberal. Die weit überwiegende Mehrheit der Muslime in Indonesien grenzt sich deutlich von Terrorosmus ab. Es bestehen beträchtliche Freiräume für reformislamische Diskurse. International angesehene Intellektuelle wie der ehemalige Staatspräsident Abdurrahman Wahid oder Nurcholish Majid, der eine Zeit lang als Präsidentschaftskandidat im Gespräch war, stehen repräsentativ für einen toleranten und aufgeklärten Islam. Terroranschläge islamistischer Gruppen, etwa gegen Touristenziele auf Bali in den Jahren 2002 und 2005 werden von der großen Mehrheit der Bevölkerung verurteilt.Obwohl das größte islamische Land der Welt gelegentlich als Brutstätte von Terrornetzwerken bezeichnet wird, begegnete die indonesische Regierung dieser Gefahr anfangs eher halbherzig. Die Kritik aus den ASEAN-Nachbarländern sowie aus den USA und Australien, vor allem aber die sich langsam durchsetzende Erkenntnis nach dem Anschlag von Bali 2002, dass man es im eigenen Land mit Terroristen zu tun hat, veranlassten die Regierung und einige Fraktionen im Militär und der Polizei, entschlossener gegen die islamistischen Milizen vorzugehen und sich daranzumachen, in einer groß angelegten Ermittlungs- und Strafverfolgungsaktion das Netzwerk der Jemaah Islamiyah zu zerschlagen. Außerdem wurden ein Geldwäsche- und ein weit gefasstes Antiterrorgesetz verabschiedet.
Armut
Über 30 % der
insgesamt 241 Mio. Indonesier leben in Armut, 9 %
davon in extremer Armut. Besonders in Großstädten
wie
Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio.
Straßenkinder. Zahlreiche Slums, in denen viele Menschen unter
erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind potentielle Konfliktherde.
Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden von
radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen in (illegalen)
Schulen.
Administrative Gliederung
Indonesien ist derzeit in 33
Provinzen unterteilt, darunter zwei
(Aceh und Yogjakarta) Sonderregionen und die Stadt Jakarta als
Hauptstadtdistrikt. Die jüngste Provinz, Sulawesi Barat wurde
erst
im Oktober 2004 errichtet und die Regierung plant die
Gründung weiterer Provinzen.
Wirtschaft
Indonesiens Wirtschaft basiert
auf dem Prinzip der Marktwirtschaft,
wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige
große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998
erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in
Ost-
und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war
(Asienkrise). Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber
einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5
Prozent. Die indonesische Währung ist die Rupiah.Das
Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf, jedoch
lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast
die
Hälfte der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft
tätig. Einige Exportprodukte sind Holzprodukte, Agrarprodukte
(Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee, Palmöl, Fleisch),
Textilien
und Mineralien. Außerdem gibt es einige attraktive Ziele
für
den Tourismus, etwa auf Bali oder Flores. Indonesien ist nicht mehr Mitglied in der
Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), weil das Land
mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden ist, da
die
eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Weitere
Mitgliedschaften:
u.a. Internationaler Währungsfond, Welthandelsorganisation, ASEAN (mit Sitz des Sekretariats in Jakarta).
Kultur
Bekannte indonesische Musikinstrumente sind das Gamelan und
Angklung. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das
Schattenspiel Wayang auf Java oder Bali. Die Indonesische Kultur (Musik, Literatur,
Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab
dem 13. Jhd zunehmend vom Hinduismus geprägt. Eine weitere
hochentwickelte Textil-Kunst ist Batik, die in Indonesien seit
Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche
Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller
Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens.
Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen
wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen
erzählen, dass der Reis ein Geschenk des Himmels sei.
Umwelt
Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Regenwälder so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des gehandelten Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Dieser dramatische Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wider: Indonesien hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.
Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um Bodenschätze zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben, vor allem Papier- oder Ölpalmen-Plantagen (u.a. für Bio-Sprit in Europa). Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in Gebieten mit viel Torf, entsteht starker Rauch, der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.
Die Humusschicht der gerodeten
Flächen ist jedoch zu dünn,
als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden
könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden
nur
einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt.
Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an,
das
das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den
Bauern
bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für
neue
Anbauflächen zu roden.
Stand Februar 2009
Weblinks
- Indonesische Botschaft in Berlin – Links zu
indonesischen Regierungsstellen (englisch)
- Deutsche
Botschaft in Jakarta
- Asean
News Network (englisch,
indonesisch)
- Asia
Pacific Times
- Tempo Interaktif (englisch, indonesisch)
- Deutsche
Stiftung für internationale Entwicklung
- Visit Indonesia 2008
- Website
by Peter Loud (Kartenmaterial)
(englisch)
- Haus der Niederlande – Die niederländische Kolonialzeit
- Indonesien – Reiseverzeichnis
- Klaus Polak: umfangreiche
Reiseberichte im Inselstaat,
Biodiversität, Kultur
- Das
deutschsprachige Indonesien-Forum mit mehr als 32.000 Beiträgen
- Indonesien-Fotos (Bali, Java, Flores, Sulawesi, etc.)
- Indonesien-Magazin
- Online-Landkarten und
Stadtpläne
- Umfangreiches
Indonesien-Lexikon
- Horlemann-Verlag - größter deutscher Verlag für indonesische Literatur
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- Friedrich
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- Malaiologischer Apparat am Orientalischen Seminar

