Indonesientag 2017

Samstag, 16. September 2017
Indonesien für Auge, Ohr und Gaumen
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3, 50670 Köln

Tagesveranstaltung zur Begegnung und zum Informationsaustausch – mit einem vielfältigen, kompetenten sowie unterhaltsamen Angebot zu den indonesisch-deutschen Beziehungen, einschließlich entwicklungspolitischer Themen.

ab 11:00 Uhr (Hof)

  • Pasar Senggol mit Imbissständen, Kunsthandwerk, Geschenken
    • Bali-Präsentation
    • Pencak Silat Demonstration
    • Traditionelle Trachten-Mode Show
    • und eine attraktive Tombola

15:00 Uhr (Saal) Vortrag und Diskussion: Dr. Ingo Wandelt

  • Nationalstaat oder Islamstaat? Indonesiens Staatsphilosophie Pancasila vor dem Umbruch
    Steht Indonesien, der Staat mit der weltgrößten islamischen Bevölkerung, in dem der Islam keine Staatsreligion ist, davor, den staatstragenden Konsens einer pluralistischen, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft aufzugeben? Politische Entwicklungen der letzten Monate weisen in diese Richtung.
    Der Vortrag versucht die Staatsphilosophie Pancasila als Modell eines indonesischen Staatswesens darzustellen und die Herausforderungen, vor denen sie aktuell steht.

Kontakt: Karl Mertes, Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V.,mail@dig-koeln.de

Sprachkurse Indonesisch

Liebe Indonesien-Interessierte,
im September starten im Kölner Asienhaus wieder mehrere Indonesisch-Sprachkurse (Anfänger, Mittelstufe Fortgeschrittene, Oberstufe Fortgeschrittene).

Wir werden mit Lehrmaterial in englischer und deutscher Sprache arbeiten. Das Kursmaterial wird von der Dozentin gegen eine geringe Gebühr (ca. 5 Euro) gestellt. Am Ende des Kurses erhält jeder Teilnehmer mit einer Anwesenheit von mindestens 80 Prozent eine Teilnahmebescheinigung.
Für die Teilnahme am Kurs ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich. Das entsprechende Formular steht zum Download zur Verfügung. Der Teilnahmebeitrag beträgt 130 Euro und ist vorab zu überweisen. Anmeldeschluss ist der 20. August 2017. Bis zum 29. August 2017 kann der Kurs kostenfrei storniert werden. Bei späteren Absagen fällt eine Gebühr von 20 Euro an.
Ab einer Teilnehmerzahl von sechs Personen kann der Kurs stattfinden. Sollte der Kurs nicht zustande kommen, wird die Gebühr in vollem Umfang erstattet.

Sprachkurs für Anfänger

Weitere Informationen und Anmeldung!

 

Sprachkurs für Fortgeschrittene (Mittelstufe)

Weitere Informationen und Anmeldung!

 

Sprachkurs für Fortgeschrittene (Oberstufe)

Weitere Informationen und Anmeldung!

Poesie aus Bali “puisi modre” – Lesung und Gespräch mit Samar Gantang

Dienstag, 20. Juni 2017 – 19:00 Uhr Galerie Smend, Mainzer Straße 31, 50678 Köln

I Gusti Putu Bawa, in der indonesischen Literaturszene bekannt unter dem Namen Samar Gantang, ist berühmt für seinen in der balinesischen Tradition stehenden Mantra-Gesang (Modre) und seine spektakulären Performances.
Er ist ein  hochgelobter Poesiekünstler, der vor allem auf Bali und Java als eine Legende gilt. Obwohl sehr spektakulär, sind seine Auftritte – tief in der balinesischen Tradition verwurzelt – ursprünglich nicht für die Bühne entworfen, sondern spirituelle Akte: Rezitation, Gebet und der Dialog mit den guten und bösen Kräften sind Elemente, die seine Auftritte prägen. Als Schamane und Heiler zählt Samar Gantang in Bali zu den angesehensten spirituellen Persönlichkeiten. Die Mischung aus Gebet und Dialog soll für den Menschen eine reinigende Wirkung haben. Im Programm des balinesischen Fernsehens ist Gantang täglich mit fünfminütigen Rezitation seiner Gesänge zu sehen. Seinen ersten Auftritt in Europa hat er beim „Poetry on the road-Festival“ in Bremen.
Samar Gantang wird von Dorothea Rosa Herliany begleitet.

Kontakt: Karl Mertes | mertes@dig-koeln.de

 

Anmerkungen zur Modre-Poesie

I Gusti Putu Bawa Samar Gantang
MODRE-Dichtung
Ausdruck Göttlicher Größe
1996, als ich die indonesische Kampfkunst Silat und die Spiritualität der PerisaiDiri-Schule studierte, war mein Großmeister überzeugt, ich sei von schwarzer Magie besessen. Er heilte mich und sagte, die dunklen Kräfte in mir seien nun entwurzelt. Aber nach diesem Ereignis stellte ich erstaunt fest, dass ich zu einem Feigling geworden war. Oft hörte ich merkwürdige Stimmen, die mir Angst machten. Um diese Angst loszuwerden, schrieb ich auf, was die Stimmen mir sagten.
Wenn das Geschriebene nicht dem entsprach, was die Stimmen sagten, lärmten sie umso lauter in meinem Kopf. Wenn das Geschriebene jedochpasste, verschwanden sie. Seitdem machte ich in jeder Nacht vor dem “Freitag Kliwon” zwischen 1 und 3 Uhr diese Erfahrung.
Eines Tages erklärte mir meine Mutter, was es damit auf sich hatte. In jenen Nächten seien mir unsichtbare Wesen erschienen, bei denen es sich um meinen Ahnen handelte. Sie waren gekommen, um mir “adem” – gekaute Betelblätter – auf die Fontanelle zu legen.
Sie flüsterten dabei “Ah! Ah!“. Dieses „Ah!“ und seinen Klang konnte meine Mutter hören. Ich begriff, dass die Stimmen von meinen Ahnen stammten und mich schützen wollten.
Nachdem ich den “adem” von meinen Vorfahren empfangen hatte, verstummten die Stimmen und störten mich nie wieder. Meine Ӓngste verschwanden. Das eigenartige Flüstern und das Wissen um das Mantra “dasaksara” wurden später zur Grundlage meiner Modre-Dichtung.
Unter “dasaksara” versteht man die 10 magischen Silben des Sanskrits. Im Hinduismus dienen sie dem Lob Gottes: ong, sang, bang, tang, ang, ing, nang, mang, sing, wang, yang.
Der Gebrauch der Silben folgt ursprünglich festgelegten Regeln. In meinen Modre-Gedichten mache ich mich unabhängig vor diesen Regeln und drücke aus, was mir wichtig ist. Es spielt dabei keine Rolle, wie das Ergebnis aussieht, denn für mich handelt es sich direkt um die Stimme Gottes. Ihn würdige ich durch die Silben, die mir gegeben sind.
Ich stellte fest, dass, wenn ich die Buchstaben “ng” aus den magischen Zeichen entfernte, nur ein “o, sa, ba, ta, a, I, na, ma, si, wa, ya” blieb. Diese Silben sind die Grundlage meiner Gedichte. Ich kreierte hierdurch balinesische magische Zeichen und “modre” wurde zum Charakteristikum meiner Poesie.
Wer “puisi modre” liest, sieht nur Buchstaben und Silben. Ihre Schönheit entfaltet sich erst im Singsang des Vortrags. Die langen Sätze der Modre-Gedichte lese ich mit der erzählenden Stimme lyrischer Prosa und im Ton der traditionellen Puppenspieler des Palakawiya-Stils. Sind die Sätze kurz und in freier Sprache – mit “saha enggengan pemangku” – verfasst, muss ich sie wild vortragen.
Insgesamt gibt es fünf charakteristische Stimmen und Gesänge. Sie stehen jeweils in Verbindung mit den fünf Elementen “panca mahabuta”: Wasser, Erde, Feuer, Wind und Luft.
Meine Modre-Gedichte sind Ausdruck göttlicher Gröẞe – des “Ida Sang Hyang Wasa” – und das Lob der Dreieinigkeit. Sie besteht in der Modre-Sprache im “ang” für Brahma, im “ung” für Wishnu, im “mang” für Shiva und zugleich für die Lehre “somnya” oder auch aum – om – o.

Modre-Gedichte mit Windcharakter lese ich mit unbestimmter Intonation, entsprechend dem unbestimmten Geräusch des Windes. Gedichte mit Wassercharakter lese ich mit fallender Intonation, Gedichte mit Erdcharakter intoniere ich flach.
Für alle an lokaler Kultur Interessierten offenbart die “puisi modre” zunächst vor allem ihren Reichtum an Mantras und Gesängen. In den tieferen Schichten liegt ihre Philosophie verborgen, wonach das Schlechte (a-dharma) immer vom Guten (dharma) besiegt wird, wenn der Mensch Gutes denkt, Gutes sagt und Gutes tut.
Verbunden damit ist die Lehre von „Tri Kaya Parisudha”: Die Menschen sollen Gott lieben, die Natur, jede Kreatur und die gesamte Menschheit.
Entsprechend der Lehre von “Tri Hita Karana” brauchen wir in diesem Zusammenhang drei Sinnvorstellungen: “Du bist Ic – Ich bin Du – alle Kreaturen sind gleich”. Das ist die Lehre von “Tat Twam Asi”.
Modre ist Stimme, bildlicher Klang. Insofern glaube ich, meine Modre-Poesie ist weder lokaler noch indonesischer Natur. Sie spricht eine universelle Sprache.

Religiöser Pluralismus und Politik in Indonesien: Eindrücke aus der Gouverneurswahl in Jakarta

Montag, 29. Mai 2017, 19:00 Uhr, Domforum (5. Etage),
Domkloster 3, 50667 Köln

Vortrag & Diskussion mit Timo Duile

Die jüngste Gouverneurswahl in Jakarta wurde in der internationalen Presse vielfach
als Prüfstein für die indonesische Demokratie wahrgenommen. Islamistische
Gruppen hatten seit langem Stimmung gegen den christlichen, chinesischstämmigen
Gouverneur der Stadt gemacht, der sich zur Wiederwahl stellte. Es wurde
eine erfolgreiche Kampagne gegen ihn initiiert, in deren Verlauf Hunderttausende auf
die Straßen in Jakarta kamen. Der christliche Gouverneur wurde daraufhin nicht nur
abgewählt, sondern auch wegen Blasphemie zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
In den Debatten um die Wahl vermischten sich letztlich soziale Themen mit
rassistischen Ressentiments und religiöser Intoleranz. Dies ist in dem Vielvölkerstaat
mit dem Staatsmotto „Einhalt in der Vielfalt“ sehr brisant und stellt Grundprinzipien
des indonesischen Selbstverständnisses in Frage.
Der Referent, der während des Wahlkampfes auf Feldforschung in Jakarta war, wird
von seinen Eindrücken berichten, Hintergründe der Gouverneurswahl behandeln und
auch ein vorsichtiges Resümee über den Zustand der indonesischen Demokratie im
allgemeinen wagen; denn die Kontroversen um die Wahl in Jakarta sind letztlich nur
ein Ausdruck tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen in Indonesien.
Dr. Timo Duile hat Politische Wissenschaft, Ethnologie, Philosophie sowie Indonesisch studiert. Er war Gastwissenschaftler an der Tanjungpura-Universität in Pontianak/Indonesien und Lehrbeauftragter am Institut für Ethnologie der Universität Köln. Zurzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Orient- und Asienwissenschaften an der Universität Bonn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen religiöse Konflikte, indigene Bewegungen, ökologische Fragen und Demokratisierungsprozesse in Südostasien.

Mit freundlicher Unterstützung

Kontakt: Karl Mertes ( mertes@dig-koeln.de )

Presseschau zu dem Thema

FRAUEN AM RANDE DES SEES – Lesungen aus dem mehrsprachigen Textbuch der Opera Batak

Donnerstag, 16. März 2017, 19:30 Uhr
Galerie Smend, Mainzer Straße 31, 50678 Köln-Südstadt

Die Gruppe PLOt aus Siantar/Nordsumatra hat 2013 und 2015 die Opera Batak „Perempuan di pinggir danau – Frauen am Rande des Sees“ von Lena Simanjuntak im Rahmen von Deutschland-Tourneen aufgeführt. Das Textbuch liegt in mehrere Sprachen übersetzt vor.
In einer kombinierten Lesung werden einzelne Passagen vorgetragen, um so die Vielfalt der Präsentation und die Wahrnehmung in unterschiedlichen Sprachen erfahrbar zu machen.

© Herri Ketaren

© Herri Ketaren

Indonesisch Lena Simanjuntak: Perempuan di pinggir danau
Deutsch Sabine Müller: Frauen am Rande des Sees
Batak Ira Sitompul: Borua nadi duru ni tao
Französisch Margarete Siebert: Femmes sur les berges du lac
Spanisch Pilar Baumeister: Mujeres a la orilla del lago
Englisch Albert Klütsch: Women at lake’s edge

„Mit Sprache Realität gestalten“ Lesung und Gespräch mit den indonesischen Dichterinnen Dorothea Rosa Herliany, Hanna Fransisca und Nenden Lilis Aisyah

Donnerstag, 27. Oktober 2016 – 19:30 Uhr
Bürgerzentrum Alte Feuerwache Melchiorstraße 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz) – Kinoraum

Mit sprachlicher und performativer Wucht erzählen die drei Lyrikerinnen von gesellschaftlicher Gewalt aus weiblicher Perspektive ebenso wie von den Konflikten einer religiös und geografisch komplexen Gesellschaft. Indonesische Literatinnen können „mit Sprache Realität gestalten“ formuliert es Dorothea Rosa Herliany, die schon wiederholt zu Gast in Köln gewesen ist.

Dorothea Rosa Herliany

© Foto: Dorothea Rosa Herliany

© Foto: Dorothea Rosa Herliany

Dorothea Rosa Herliany, geboren 1963 in Magelang, Zentral-Java. gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen indonesischen Lyrikerinnen. Sie spricht Javanisch, schreibt jedoch in der allgemeinen Landessprache Bahasa Indonesia und gilt als stilbildend für die postmoderne Lyrik ihres Landes. Für ihre teils in mehrere Sprachen übersetzten 27 Publikationen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2009 war sie Stipendiatin der Heinrich-Böll Stiftung, 2013 des DAAD und 2014 der niederländischen Poets of All Nations. Ein wichtiges Thema ihrer Lyrik ist gesellschaftliche Gewalt aus weiblicher Perspektive. Nicht zuletzt deshalb wurde Herlianys Werk von der Literaturkritik immer wieder als „feministisch“ oder „antipatriarchalisch“ verstanden, was sie selbst jedoch ausdrücklich nicht für sich in Anspruch
nimmt. Auf Deutsch erschien zuletzt der zweisprachige Gedichtband „Hochzeit der Messer“ im Indieverlag Verlagshaus Berlin, übersetzt von Ulrike Draesner und Brigitte Oleschinski.
www.dorothearosaherliany.com

Hanna Fransisca

© Foto: Hanna Fransisca

© Foto: Hanna Fransisca

Hanna Fransisca, auch Zhu Yong Xia, ist geboren 1979 in Singkawang, West-Kalimantan. Die chinesisch-stämmige Autorin ist Lyrikerin, Essayistin und Journalistin. Sie veröffentlicht in Tageszeitungen sowie in literarischen Magazinen und Zeitschriften wie Pusat, Horison, Jurnal
Sajak, Jurnal Sastra. Zuletzt publizierte die Lontar Foundation den dreisprachigen Lyrikband „Der badende Mann und andere Gedichte“ (2015). Weitere Veröffentlichungen sind ihre Gedichtbände „Benih Kayu Dewa Dapur“ (2012) und „Konde Penyair Han“ (2010) sowie den Erzählband „Sulaiman Pergi ke Tanjung Cina (2012)“ und das Drama „Kawan Tidur“ (2012). Ihr Debüt wurde 2011 vom Magazin Tempo als „Best Poetry Book“ prämiert. Hanna Fransisca beschäftigt sich in ihren Texten insbesondere auch mit der Rolle der wirtschaftlich wichtigen chinesischen Minderheit in Indonesien sowie deren gesellschaftlicher Diskriminierung.

Nenden Lilis Aisyah

© Foto: Hanna Fransisca

© Foto: Hanna Fransisca

Nenden Lilis Aisyah, geboren 1971 inGarut, West-Java schreibt und veröffentlicht Lyrik, Erzählungen, Essays und journalistische Arbeiten in  nationalen und internationalen Medien – unter anderem die Gedichtbände „Negeri Sihir“ („Magical Land“), „Maskumambang Buat Ibu“ („Maskumambang for Mother“). Für ihre Erzählung in der Soloanthologie „Ruang Belakang“ („Backroom“, Kompas, 2003) erhielt sie den Pusat Bahasa Award. Wie Dorothea Rosa Herliany war sie 2015 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.
Die Schriftstellerinnen folgen der Einladung des diesjährigen Schmarock-Festivals in München (www.schamrock.org/festival ) mit dem Länderschwerpunkt Indonesien, unterstützt durch den Attaché für Bildung und Kultur der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin.

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Jingga – Spielfilm von Lola Amaria

Montag, 17. Oktober 2016 – 19:30 Uhr
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3 (Nähe Ebertplatz), Köln
Kinoraum

OmeU – 110 Minuten

jingga

Der Film Jingga – Name des Hauptdarstellers – zeigt die Situation von Menschen mit Sehbehinderung in Indonesien. Die 2006 verabschiedete UN Behindertenrechtskonvention formuliert die Beteiligungsrechte von Menschen mit Behinderungen hinsichtlich verschiedener Lebensbereiche (in Schule, Arbeitsleben, Politik, Kultur, Ehe und Familie, Gesundheitswesen und anderen gesellschaftlichen Feldern). Indonesien hat diese Konvention 2011 ratifiziert.
Damit verpflichtet sich der Staat, die Rechte von Menschen mit Behinderung in ihren politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. In Deutschland spricht man von einer „inklusiven Gesellschaft“, in der Menschen mit Behinderungen ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben aktiv teilhaben können.
Nach Aussage der Vereinigung der Blinden und Sehbehinderten Indonesiens (Pertuni) sind es vor allem die Bereiche des öffentlichen Lebens, wie im Bildungs- und Gesundheitswesen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch bei der Arbeitssuche oder am Arbeitsplatz, in denen Diskriminierung erfahren wird. Ein Grund dafür ist die fehlende Aufmerksamkeit seitens der öffentlichen Hand. Nicht selten werden Menschen mit Behinderungen als Störfaktor im
Alltag und im gesellschaftlichen Leben gesehen.
Lola Amaria ist eine indonesische Filmmacherin, die sich kritisch mit sozial-politischen Themen auseinandersetzt. Ihre vorherigen Filme thematisierten u.a. die Situation von ArbeiterInnen, sowohl in Indonesien als auch im Ausland.
Außerdem beschäftigt Lola Amaria sich auch mit den Themen Gesundheitswesen, Korruption und LGBTI-Rechte. Vor ihrer Tätigkeit als Regisseurin war Lola Amaria als Schauspielerin aktiv. Sie bekam 2015 eine Förderung vom Goethe Institut, um an der Berlinale teilzunehmen. In Köln hat sie im Dezember 2014 Sanubari und im Februar 2015 Land ohne Ohren vorgestellt.
Mit Jingga hat sie die indonesischen Filmkritiker überrascht. Vor ihrer Filmproduktion investierte Lola Amaria viel Zeit in die Recherche und die direkte Begegnung mit den Betroffenen. Jingga wird als erster Film angesehen, der das Leben von Menschen mit Behinderungen in Indonesien realistisch darstellt. Es wird gezeigt, wie Menschen mit Sehbehinderungen trotz
gesellschaftlichen Ausschlusses unabhängig und selbständig leben.

Kooperation mit Bildung und Gesundheit für Indonesien e.V., Hannover / Watch Indonesia!,
Berlin
Kontakt: mail@dig-koeln.de

Die Informationen als PDF

Indonesien-Tag

Samstag, 17. September 2016
Bürgerzentrum Alte Feuerwache
Melchiorstraße 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz)

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Danke für alle Interessenten.

Hier zwei Nachberichte:

Die Deutsch-Indonesische Gesellschaft veranstaltet erneut den traditionellen Indonesientag. Anlass zum Plaudern, Kennenlernen und Erfahrungsaustausch – mit einem interessanten Rahmenprogramm:

ab 11:00 Uhr – Hof

Pasar Senggol mit Imbissständen, Büchertischen, Textilien, Kunsthandwerk, Allerlei und einer Tombola

12:00 – 15:00 Uhr – Offener Treff

Warung Konsuler: Das Indonesische Generalkonsulat Frankfurt gibt Auskunft zu Pass- und Visumsangelegenheiten

14:00 Uhr – Kinoraum

IPT ( International People’s Tribunal)1965: Was – warum – wie ?
Im November 2015 wurde aus Anlass der Erinnerung an den Machtkampf und Konflikt von 1965 ein Volkstribunal in Den Haag organisiert. Sri Tunruang berichtet über die Entstehung und Entwicklung des International People’s Tribunal 1965.

15:00 Uhr – Saal

K o n z e r t: KLANGBRÜCKE – mit Joana Rini Kröger (Cello), Krisna Setiawan (Piano). Zur Aufführung kommen Werke von Samuel Barber, Sergei Prokofiev und Krisna Setiawan.

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Weitere Informationen finden sich hier!

16:00 Uhr – Kinoraum

F i l m MARSINAH – Cry Justice
Spielfilm von 2001 (Regie: Slamet Rahardjo, 120 Minuten, auf Indonesisch) über eine Aktivistin, die 1993 nach Protesten und einem Streik für bessere Arbeitsverhältnisse ermordet wurde. Der Film beschreibt und klagt an, mit welcher Willkür Arbeiterrechte unter dem Suharto-Regime unterdrückt wurden. Marsinah gilt als Symbolfigur für den Kampf um gerechte und angemessene Lebens- und Arbeitsverhältnisse.

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18:00 Uhr – Saal

MALAM DANGDUT mit BonnIndo / Sound 9
Der Musikmix ist die populärste Unterhaltungsmusik der letzten Jahrzehnte in Indonesien. Die Texte handeln von Liebe, von Leid und alltäglichen Problemen. Bekannt und beliebt sind die inspirierenden Tänze.

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Weitere Informationen hier!

Kampung Köln

10.9. 16 „Kampung Köln“
Samstag, 10. September 2016 / 14:00 Uhr
Treffpunkt: Galerie Smend, Mainzer Str. 31, Köln-Südstadt
Dauer: 3-4h. Kosten: 25€

„Kampung“ heißt auf Indonesisch Dorf. Der große Kampung Köln hat schon lange regen Austausch mit dem indonesischen Archipel: Beispielsweise durch die Gründung der ersten Deutsch-Indonesischen Gesellschaft 1950, der Erstellung des ersten Wörterbuchs von Bahasa Indonesia-Deutsch und durch laufende Programme zur Kultur Indonesiens.
Mariana Kwa, lange Jahre Journalistin für die Deutsche Welle, führt auf den Spuren von Indonesien durch Köln. „Jejak Indonesia di Köln!“ Wir besuchen z. B. Rudolf Smend, einen der international renommiertesten Batiksammler in seinem versteckten Batik-Museum. Die Galerie Morgenland ist voller Schätze aus Südostasien und bietet einen Tanz aus dem Inselarchipel oder wir kosten Kopi Luwak, eine der begehrtesten Kaffeesorten der Welt.

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Der Reisspeicher aus Sulawesi im Rautenstrauch-Joest-Museum am Neumarkt liegt auf dem Weg zur javanischen Reistafel. Ein Bahasa-Crashkurs und Reise-informationen runden die Kulturwanderung ab.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Kulturklüngel