Hörhinweis: Games und Philosophie

Games und Philosophie, passt das zusammen? Games sind als Kulturgut seit langem Forschungsobjekt von diversen Wissenschaften, nicht erst seit der Wirkungsforschung und dem Diskurs um Gewalt und Sucht. Computerspiele besitzen eine eigene Ästhetik und Erzählperspektive, sind somit auch für Philosophen ein spannendes Feld des Nachdenkens. Neben Fragen der kulturellen Rezeption, interessieren sich Philosophen wie Daniel Martin Feige auch für die Ethik des Spielens und die besondere Ästhetik in den oft brachialen Bildern, die ohne Referenzrahmen zu jenen Missverständnissen führen, welche die Gewaltdebatte anheizen – zu Unrecht, wie sein sehr lesenswertes Buch „Computerspiele: Eine Ästhetik“ aus dem Verlag suhrkamp taschenbuch wissenschaft zeigt.

Das Buch klärt in „philosophischer Perspektive Begriff, Ästhetik und Kunstcharakter des Computerspiels“. Dabei geht es von der Prämisse aus, dass ästhetischer Medien „beständig neuverhandelt werden“, sie stehen in einem permanenten Diskurs, der sich im Laufe der Zeit mit der allgemeinen Nutzung und kulturellen Rezeption ändert. Die Lektion des Buches lautet also, dass derjenige, der sich mit der Ästhetik des Computerspiels befasst, auch über die Ästhetik anderer Medien und Künste nachdenken muss – und umgekehrt!
Die philosophische Auseinandersetzung mit dem digitalen Spielen ist somit in der akademischen Welt ganz angekommen. Schön, dass populärwissenschaftliche Formate wie das „Philosophische Radio“ im WDR5 Hörfunk das Thema endlich aufgreifen und der Autor seine Thesen darlegen kann.

Der Beitrag ist hier als Podcast zu hören!

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