{"id":1207,"date":"2018-12-03T18:58:36","date_gmt":"2018-12-03T16:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.adtractive.de\/digitale-spielwiese\/?p=1207"},"modified":"2021-06-14T11:49:58","modified_gmt":"2021-06-14T09:49:58","slug":"gamification-im-marketing-und-in-der-pr-interview-und-fachbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adtractive.de\/digitale-spielwiese\/2018\/12\/03\/gamification-im-marketing-und-in-der-pr-interview-und-fachbeitrag\/","title":{"rendered":"Gamification im Marketing und in der PR &#8211; Interview und Fachbeitrag"},"content":{"rendered":"<p>Gamification im Marketing und in der PR: dazu habe ich im Blog des PR-Dienstleisters na &#8211; news aktuell <a href=\"https:\/\/www.newsaktuell.de\/academy\/gamification-in-pr-und-marketing\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Fachbeitrag verfasst zum Thema PR und Kommunikation<\/a>. Fazit: es gibt einige spannende Projekte im Marketing, aber nichts Relevantes in der PR.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.adtractive.de\/mazari\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/screenshot-www.newsaktuell.de-2018.12.03-17-42-10.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-218 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.adtractive.de\/mazari\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/screenshot-www.newsaktuell.de-2018.12.03-17-42-10.png\" alt=\"\" width=\"1583\" height=\"1058\"><\/a><\/p>\n<p>Hier meine ausf\u00fchrlichen Antworten auf die Fragen der Redakteurin, die nur zum Teil im Blog vorkommen:<\/p>\n<h2>Warum spielt der Mensch so gern? Und nicht nur Kinder, sondern ebenso Erwachsene?<\/h2>\n<p>P\u00e4dagogen und Lernpsychologen haben schon sehr lange nachgewiesen, dass der Mensch am besten lernt, wenn er spielt. Das ist eine Eigenschaft, die er sich mit allen intelligenten und sozialen Lebewesen teilt. Und das Gehirn lernt am besten, wenn es spielerisch angesprochen wird. Und dabei ist es egal, ob wir von motorischen F\u00e4higkeiten oder gezieltem Wissen sprechen &#8211; spielerisch klappt es mit dem Kompetenzerwerb am einfachsten!<\/p>\n<h2>Warum ist Gamification seit einiger Zeit so ein Hype-Thema? Welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei?<\/h2>\n<p>Ausgehend von Erkenntnissen der Erlebnisp\u00e4dagogik und der Psychologie des Lernens bis hin zum Anthropologie-Klassiker aus den 1930er \u201cHomo Ludens\u201d von Johan Huizinger, hat sich mit der Verbreitung digitaler Spiele und des Internets Gamification etabliert. Denn durch die digitalen Instrumente ist nun eine Skalierung von Gamification erst m\u00f6glich geworden.<br \/>\nDie Methode dahinter ist aber so alt, seit es so etwas wie P\u00e4dagogik und Motivationspsychologie gibt.<\/p>\n<h2>Worin liegt der Nutzen von Gamification f\u00fcr Unternehmen?<\/h2>\n<p>Gamification ist da wertvoll, wo es darum geht a.) die bestenfalls intrinsische (Langzeit-)Motivation zu steigern und b.) den Zugang zu einem Prozess zu erleichtern. Dazu bedient sich Gamification der gleichen Mechaniken wie digitale Spiele. Diese Dinge sind f\u00fcr Unternehmen goldwert. Sowohl nach innen, um etwa die Motivation der Mitarbeiter zu steigern und den Zugang zu Prozessen zu erleichtern. Aber auch nach au\u00dfen, etwa im Marketing und in der Kommunikation mit Kunden und Partnern.<\/p>\n<h2>Wie k\u00f6nnen Marketeers Gamification einsetzen? Haben Sie hier konkrete aktuellere Beispiele, die besonders \u00fcberzeugen?<\/h2>\n<p>Gerade im Marketing ist Gamification einem Paradigmenwechsel geschuldet, der durch Social Media ausgel\u00f6st wurde \u2013 n\u00e4mlich den Wandel von Push- zu Pull-Marketing. Nur indem man die Konsumenten involviert, kann man mit seinen Botschaften punkten!<br \/>\nIm Idealfall erlaubt Gamification ein St\u00fcck weit die Kontrolle \u00fcber die eigene Kommunikation zur\u00fcck zu gewinnen, die zuvor durch die Sozialen Medien zu verloren gehen drohte. Denn durch die Einbettung in eine Geschichte und ein Regelwerk, beh\u00e4lt man die Oberhand.<\/p>\n<p>Eine sehr erfolgreiche Gamificationaktion war die Cross-Vermarktung des Buches des bekannten US-Rappers Jay-Z (\u201cJay-Z Decoded\u201d) und der Suchmaschine Bing von Microsoft. Es ging um eine Schnitzeljagd, bei der die Spieler einzelne Seiten des Buches, die sich \u00fcberall in New York auf Autos, H\u00e4usern usw befanden, finden und fotografieren mussten. So konnte man Punkte sammeln f\u00fcr die Online Hall-of-Fame und das Buch nach und nach vor dem offiziellen Erscheinen zusammenstellen:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Bing | Decode Jay-Z Case Study\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fnVZTBuzxP4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Weiteres tolles Beispiel ist Pepsi. Pepsi hat geschickt Social Media integriert, um die Marke spielerisch bei einem Event zu inszenieren. Hier zeigt sich der St\u00e4rke von Gamification am Point of Sale, in Kombination mit touchf\u00e4higen Displays (Digital Signage):<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/O4YrQpupEO8\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" data-mce-fragment=\"1\"><\/iframe><\/p>\n<h2>Wie sieht es im Bereich PR (interne wie externe Kommunikation) aus? Wo k\u00f6nnten hier m\u00f6gliche Einsatzgebiete liegen?<\/h2>\n<p>Adidas hat da mal etwas sehr Sch\u00f6nes gemacht. Dort hatte man herausgefunden, dass dem Gro\u00dfteil der Mitarbeiter die Inhalte der IT Security, eines dr\u00f6gen PDF-Dokuments von mehreren hundert Seiten, nicht bekannt sind. Daraufhin hat man in der internen Kommunikation \u00fcberlegt, wie man die Bereitschaft der Mitarbeiter steigern kann, sich damit auseinanderzusetzen und die relevanten Hinweise zur Netzwerksicherheit auch wirklich anzuwenden. Also wurden die Inhalte des Handbuchs in ein Spiel gepackt: In einem Browsergame galt es, sich durch einzelne Szenarien zu klicken und R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. Flankiert wurde das Rollenspiel mit Sachpreisen. Eine gelungene Aktion.<br \/>\nMan sollte \u00fcberlegen, ob man klassische PR-Instrumente wie die Pressekonferenz, den Tag der Offenen T\u00fcr oder die Pressereise mit Journalisten gamifizieren kann. Das ist oft mit einfachen Mitteln m\u00f6glich. Man kann Journalisten auf eine Schnitzeljagd schicken zum Beispiel, oder sie R\u00e4tsel l\u00f6sen lassen, das wird ihnen in Erinnerung bleiben. Man muss etwas wagen \u2013 die Menschen reagieren meistens dankbar, wenn sie etwas anderes geboten bekommen als immer \u00adgleiche Pr\u00e4sentationen und Abl\u00e4ufe.<\/p>\n<h2>Fallen Ihnen f\u00fcr die externe Kommunikation aktuelle Beispiele ein, die besonders gut gelungen Gamification zeigen? Ich habe den Eindruck, dass es hier nicht so viel bisher gibt. Oder t\u00e4usche ich mich?<\/h2>\n<p>Der Eindruck ist richtig. In deutschen PR-B\u00fcros ist das Ph\u00e4nomen noch nicht wirklich durchgedrungen, obwohl klar ist, dass Digitalisierung jede Form der Kommunikation ver\u00e4ndert und gerade j\u00fcngere Menschen eine andere Art der Ansprache verlangen. In Deutschland ist mir kein Projekt bekannt, das der Erw\u00e4hnung wert w\u00e4re. Als Vorbild gilt der Umgang mit Pressevertretern beim oben genannten Kommunikationsprojekt von Bing und dem Erscheinen der Autobiographie des New Yorker Musiker Jay-Z. Die Journalsiten wurden wie die Kunden auf die Schnitzeljagd geschickt.<br \/>\nGerade weil Gamification noch unbekannt ist in der PR, bieten sich dadurch erhebliche Chancen, sich hervorzuheben. Ich empfehle mit Tag der offenen T\u00fcren und Pressekonferenzen zu beginnen.<\/p>\n<h2>Welche Vorgehensweise w\u00fcrden Sie Unternehmen empfehlen, die sagen: Mensch, lasst uns doch auch was mit Gamification machen? Oder anders gefragt: Welche Fehler sollten Unternehmen hier unbedingt vermeiden?<\/h2>\n<p>Ganz egal wie klein das eigene Team ist, jeder kann sich Gamification leisten. Und dank der digitalen Medien ist das heute so einfach wie nie zuvor. Es ist auch kein gro\u00dfes Budget erforderlich, sondern nur ein gutes Konzept, das vielleicht einen Blog oder eine Facebook-Seite einbezieht. Und f\u00fcr die technische Entwicklung einer App kann man ja auch einen Programmierer von au\u00dfen ins Boot holen. Aber bitte nicht einfach auf den Gamification-Zug aufspringen, weil es gerade hip ist! Es braucht einen genauen Plan mit klar abgesteckten Zielen. Wenn man Gamification digital umsetzen will, gibt es verschiedene Instrumente und Touchpoints; eine App, Facebook, eine Webseite. Das Thema Mobile ist extrem wichtig, da fast jeder \u00fcber ein Smartphone oder Tablet verf\u00fcgt. Wearables wie Armb\u00e4nder oder Uhren z\u00e4hlen auch zu diesen Touchpoints. Virtuelle Brillen sind zwar stark im Kommen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht unbedingt notwendig, auf sie abzuzielen. Wenn ich f\u00fcr ein Unternehmen eine Kampagne umsetze, verwende ich besser die Instrumente, die bereits verbreitet sind. Und dann gibt es noch digitale Stelen und Schilder, mit deren Hilfe Sie in der Stadt digitale Touchpoints installieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu den Fehlern: der gr\u00f6\u00dfte Fehler ist zweifelsohne ohne Konzept vorzugehen. Das gilt f\u00fcr jede Form der Kommunikation und ist eine Binse. Dann folgen Fehler, die man sehr oft beobachten kann bei Projekten: n\u00e4mlich die Verk\u00fcrzung von Gamification auf einzelne Elemente wie der Vergabe von Punkten, Badges oder Medaillen. Das kennt man von Bonusprogrammen und ist sicherlich die einfachste Art, Prozesse vermeintlich schnell zu gamifizieren. Aber ohne Storytelling ist jede Form der Gamification nicht nachhaltig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gamification im Marketing und in der PR: dazu habe ich im Blog des PR-Dienstleisters na &#8211; news aktuell einen Fachbeitrag verfasst zum Thema PR und Kommunikation. Fazit: es gibt einige spannende Projekte im Marketing, aber nichts Relevantes in der PR. 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